10.03.2026

Wenn Standardlösungen bei Nonwovens an Grenzen stoßen


Wer Nonwovens verarbeitet, kennt die Herausforderungen. Das Material ist leicht, voluminös und oft so sensibel, dass es nur begrenzt Druck und Zug aufnehmen kann. Genau das macht den Wickelprozess anspruchsvoll. Was bei robusteren Bahnmaterialien zuverlässig funktioniert, kann bei Vliesstoffen zu Qualitätsverlusten, Instabilitäten im Wickelaufbau oder sogar zu Materialschäden führen. Für einen Kunden aus dem Nonwovenbereich haben wir deshalb eine Sonderlösung entwickelt, die konsequent auf diese materialtechnischen Anforderungen ausgelegt ist.

Ausgangspunkt des Projekts war die Anforderung, ein hochsensitives Material zuverlässig und zugleich möglichst schonend zu wickeln. Gemeinsam mit dem Kunden haben wir die Anwendung deshalb von Beginn an als individuelle Engineering Aufgabe verstanden. Konstruktion, Maschinenkonzept und prozesstechnische Auslegung wurden eng aufeinander abgestimmt. Martin Klemme aus unserer Konstruktion hat die Maschine so entworfen, dass sie die materialspezifischen Besonderheiten nicht nur berücksichtigt, sondern gezielt beherrschbar macht.

Die technische Lösung: ein Kontaktwickler für sensibles Material

Im Zentrum steht ein speziell entwickelter Kontaktwickler für den Nonwovenbereich. Diese kontaktbasierte Wickellösung ist bei zugempfindlichen und kompressiblen Nonwovens besonders naheliegend, weil das Drehmoment nicht durch den gesamten Lagenverbund übertragen werden muss, sondern kontrolliert über die Außenlage eingeleitet werden kann. Die Rolle wird also über den Umfang angetrieben, während der Wickelaufbau wesentlich durch das Zusammenspiel von Kontaktkraft und Bahnspannung beeinflusst wird.

Genau diese Stellgrößen sind bei sensiblen Nonwovens entscheidend. Hohe Porosität, Kompressibilität und geringe Zugfestigkeit führen dazu, dass sich Wickelfehler bereits im laufenden Prozess aufbauen. Typische Risiken sind Lufteinschlüsse, Faltenbildung, instabile Wickelhärte oder Teleskopieren. Solche Fehlerbilder lassen sich nur dann zuverlässig beherrschen, wenn Maschine, Materialführung und Regelung konsequent auf das jeweilige Produkt abgestimmt sind.

Luftgestütztes Einfädeln und automatischer Rollenwechsel für einen stabilen Wickelaufbau

Das automatisierte Einfädeln erfolgt über Blastische: Eine gezielte Luftströmung führt das Material vollautomatisch zur Kontaktwalze. Dies ersetzt manuelle Eingriffe, schont sensible Bahnen und garantiert einen reproduzierbaren Prozessbeginn. Zur Minimierung von Stillstandszeiten dient ein Vier-Platz-Magazin für präparierte Wickelwellen, die automatisiert in die Schnittposition gefördert werden, was die Prozesskontrolle und Anlagenverfügbarkeit signifikant erhöht.

Der Trennvorgang ist materialgerecht ausgelegt: Statt mechanischer Messer wird das Material kontrolliert durchgerissen, um zusätzliche Belastungen sensibler Fasern zu vermeiden. Ein spezieller Wellensupport erlaubt zudem das Wickeln mit minimaler Anpresskraft, um den Loft (Volumen) der Nonwovens zu bewahren. Die Wickelqualität resultiert hierbei aus dem präzisen Zusammenspiel von Nipkraft, Bahnspannung und aktiven Stützelementen, die den Aufbau auch in kritischen Phasen stabilisieren.

Ergänzend wirkt ein integriertes Luftmanagement mit angepasster Kontaktgeometrie Lufteinschlüssen bei hohen Geschwindigkeiten entgegen. Diese konsequente Ausrichtung jeder Funktion am tatsächlichen Materialverhalten ist die Voraussetzung für einen stabilen Lagenaufbau und die Vermeidung von Folgedefekten.

Ganzheitlicher Projektansatz für eine zukunftsfähige Produktion

Unser Verständnis von Sondermaschinenbau geht über Konstruktion und Aufbau hinaus: Wir begleiten Projekte bis in den realen Betrieb. Dies umfasst die mechanische und elektrische Installation, Trockenläufe, die Inbetriebnahme mit Originalmaterial sowie die direkte Bedienerschulung. Erst wenn die Anlage im Produktionsalltag sicher läuft, ist unser Qualitätsanspruch erfüllt – ergänzt durch fortlaufenden Remote Support.

Besonders bei anspruchsvollen Nonwoven-Anwendungen ist diese Prozessnähe entscheidend. Wickeltechnik ist dann erfolgreich, wenn Maschinenkonzept, Materialverhalten und Bedienpraxis perfekt harmonieren. Inbetriebnahme und Schulung sind daher integrale Bestandteile unserer Lösung für verlässliche, reproduzierbare Ergebnisse.


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Moderne Anforderungen wie automatisierter Rollenwechsel, stabile Regelparameter und digitale Architektur sichern dabei hohe Anlagenverfügbarkeit (OEE) und geringen Ausschuss. Unser Ziel ist klar definiert: Maximale Prozessstabilität und die sichere Beherrschbarkeit sensibler Materialien in einer digitalen Produktionsumgebung.

Eine Lösung, die sensibles Material prozesssicher beherrscht

Unsere Sonderlösung für den Nonwovenbereich ist deshalb weit mehr als eine einzelne Maschine. Sie ist das Ergebnis eines gemeinsamen Entwicklungsprozesses mit dem Kunden, einer präzisen materialtechnischen Auslegung und eines klaren Verständnisses dafür, was im realen Produktionsbetrieb zählt. Automatisches Einfädeln, kontrollierter Rollenwechsel, materialschonender Wickelaufbau und intensive Begleitung bei Inbetriebnahme und Betrieb greifen ineinander. Genau daraus entsteht der Mehrwert: eine Wickellösung, die hochsensitives Material nicht nur verarbeitet, sondern prozesssicher beherrscht.

Wenn Nonwovens gewickelt werden sollen, reichen Standards oft nicht aus. Entscheidend ist, wie präzise sich eine Maschine auf die physikalischen Eigenschaften des Materials einstellen lässt. Mit dieser individuell entwickelten Kontaktwicklerlösung zeigen wir, wie sich auch hochsensitive Vliesstoffe automatisiert, materialschonend und in stabiler Qualität verarbeiten lassen. Für unsere Kunden bedeutet das mehr Prozesssicherheit, weniger manuelle Eingriffe und eine Lösung, die nicht nur theoretisch überzeugt, sondern im realen Einsatz funktioniert.

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